George Lucas wollte 3 weitere Star Wars-Filme drehen: "Mir wurde klar, dass die Zeit davonlief"

George Lucas ist aktuell in aller Munde. Grund dafür ist die Eröffnung seines Museums, an dem er mit seiner Frau und Geschäftspartnerin Mellody Hobson seit über einer Dekade gearbeitet hat. Am Wochenende fand die Eröffnungsfeier des Lucas Museum of Narrative Art in Los Angeles statt. 1.200 Kunstwerke werden dort ausgestellt.
Star Wars darf dabei nicht fehlen. Von Konzeptzeichnungen bis zu Requisiten ist alles dabei. Lucas wird für immer mit der Sternensaga verbunden sein, auch wenn seine Produktionsfirma Lucasfilm 2012 an Disney verkaufte und damit die Kontrolle über die das Sci-Fi-Franchise aufgab. Geplant hatte er noch drei weitere Filme.
George Lucas hat Star Wars für sein Museum aufgegeben
In einem Interview mit Norah O'Donnell von CBS Sunday Morning spricht Lucas darüber, wie zeitintensiv die Entstehung seines Museums war. An einem bestimmten Punkt musste er sich entscheiden, womit er den letzten Akt seiner Karriere verbringt. Also hat er sich schweren Herzens von seinen Star Wars-Plänen getrennt.
Mit folgenden Worten blickt er im Interview zurück:
Nun, ich bin 82 Jahre alt, also gibt es da eine Grenze – als ich das gemacht habe, habe ich beschlossen, mich aus dem Filmgeschäft zurückzuziehen, was eine große Sache war, weil ich noch drei weitere Star Wars-Filme drehen wollte. Aber mir wurde klar, dass mir die Zeit davonlief, und ich wollte dieses Museum unbedingt auf die Beine stellen, außerdem hatte ich viel Zeit damit verbracht, digitale Technologien für die Filmindustrie zu entwickeln.
Tatsächlich gab Lucas damals im Zuge des Verkaufs seiner Firma Disney Treatments für weitere Star Wars-Filme mit und hoffte, dass diese das Fundament für eine neue Trilogie bilden würden. Wie wir inzwischen wissen, wurde jedoch keine seiner Ideen genutzt und ein völlig anderer Ansatz verfolgt. Lucas war enttäuscht.
Ex-Disney-Chef Bob Iger schrieb 2019 in seinen Memoiren dazu:
George war sofort verärgert, als er die Handlung [der neuen Star Wars-Filme] erfuhr. Ihm wurde klar, dass wir keine der Geschichten verwendeten, die er während der Verhandlungen eingereicht hatte. George wusste, dass wir vertraglich zu nichts verpflichtet waren, aber er dachte, dass unser Kauf der Story-Entwürfe ein stillschweigendes Versprechen darstellte, dass wir uns daran halten würden, und er war enttäuscht, dass seine Geschichte verworfen wurde. Ich hatte seit unserem ersten Gespräch so sehr darauf geachtet, ihn in keiner Weise in die Irre zu führen, und ich glaubte nicht, dass ich das getan habe, aber ich hätte besser damit umgehen können.
Iger fügte hinzu, dass sich Lucas "betrogen fühlte" und wenig begeistert von dem 2015 erschienenen Star Wars: Das Erwachen der Macht. Dennoch hat er in der Vergangenheit auch lobende Worte für einzelne neue Star Wars-Projekte gefunden, etwa Star Wars: Die letzten Jedi, den er als "wunderschön gemacht" bezeichnete.
George Lucas hinterlässt ein gewaltiges Vermächtnis
Eine neue Star Wars-Trilogie hat er zwar nicht mehr ins Kino gebracht. Das Vermächtnis, das George Lucas hinterlässt, ist dennoch unglaublich beeindruckend. Nicht nur hat er unsterbliche Figuren wie Luke Skywalker, Leia Organa und Han Solo geschaffen. Mit seinen Filmen hat er das Kino gleich mehrmals revolutioniert.
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In den 1970er und 1980er Jahren testete er die Grenzen dessen, was sich im Rahmen einer Filmproduktion auf die große Leinwand bannen lässt. Mit der Prequel-Trilogie wurde er zum Wegbereiter des digitalen Blockbuster-Kinos, ganz zu schweigen von weiteren Errungenschaften, die er auf dem Weg mitgenommen hat. Das Lucas Museum of Narrative Art betont nun das breite Spektrum seiner Interessen.



